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Presseinformation vom 12.12.2011
Gedruckte Blutgefäße verbessern Herzfunktion
Ein 3D-Druckverfahren für Gefäßzellen und Stammzellen führt zum Erfolg: Rostocker Wissenschaftler testen „Herz-Flicken“ mit künstlichen Blutgefäßen.
Eine Art Laserdrucker für Zellen fördert die Bildung neuer Blutgefäße im geschädigten Herzareal. Rostocker Wissenschaftler haben eine künstliche Matrix (Cardiac Patch) im Laserdruckverfahren mit mesenchymalen Stammzellen und Blutgefäßzellen besiedelt. Im Tiermodell hat der Cardiac Patch zu einer deutlichen Funktionsverbesserung nach Herzinfarkt geführt. Dies berichtet das renommierte Wissenschafts-Journal „Biomaterials“ in seiner Dezemberausgabe.
Stammzellen sind der Schlüssel zu vielen Regenerationsprozessen im Körper. Der therapeutische Einsatz von Stammzellen wird daher intensiv erforscht. Therapien, bei denen patienteneigene Stammzellen direkt in das erkrankte Organ transplantiert werden, um dort Heilungsprozesse zu unterstützen, sind derzeit in der klinischen Prüfung.
Visionär ist die Generierung ganzer Organe oder Organteile mit Hilfe von Stammzellen. Aktiv auf dem Gebiet des Tissue Engineering sind Rostocker Forscher des Referenz- und Translationszentrums für kardiale Stammzelltherapie (RTC Rostock). Ein wichtiger Schritt gelang jetzt dem Rostocker Biologen Ralf Gäbel mit der gedruckten Anordnung von Blutgefäßzellen in einer netzförmigen Struktur.
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Das therapeutische Ziel dieser Forschungsarbeit erläutert Prof. Gustav Steinhoff, Leiter des RTC Rostock: „Wir wollen in geschädigten Herzmuskelbereichen die Bildung neuer Blutgefäße anregen, damit sich der Muskel erholen und wieder zur Pumparbeit des Herzens beitragen kann.“ Bisher werden in Rostock patienteneigene Stammzellen in das geschädigte Herzmuskelgewebe transplantiert. Klinische Studien zeigen, dass dies zur Blutgefäßbildung beiträgt und die Herzfunktion dauerhaft verbessert.
Die Anordnung von Blutgefäßzellen und Stammzellen in einer kapillarnetzähnlichen Struktur erhöht die Effektivität der Blutgefäßneubildung, da sich die Zellen gezielter und gerichteter zu Gefäßen formieren können. „Ordnet man Blutgefäßzellen in einem geeigneten Medium definiert an, so bilden sie in der vorgegebenen Struktur ein Gefäß.“, sagt Ralf Gäbel. „Wir haben eine Kombination aus mesenchymalen Stammzellen und Blutgefäßzellen mit der Lasertechnik in einem kapillarnetzähnlichen Muster auf einen Cardiac Patch gedruckt und die Matrix dann im Labor beobachtet. Die Zellen haben bereits nach acht Tagen eine Gefäßstruktur gebildet.“ Im Tiermodell konnte der Cardiac Patch direkt auf dem Infarktbereich des erkrankten Herzens fixiert werden. Gegenüber einem willkürlich besiedelten Cardiac Patch trug das künstlich erzeugte Kapillarnetz zu einer Verbesserung der Herzfunktion bei.
Ob das Verfahren klinisch anwendbar sein wird, hängt davon ab, ob zukünftig auch komplexere Gewebe bzw. Organe auf diese Weise generiert werden können. Das RTC Rostock ist spezialisiert auf den Transfer von aussichtsreichen Stammzelltherapien vom Labor ans Krankenbett und wird den Cardiac Patch als Basis für künstliches Herzmuskelgewebe intensiv weiterentwickeln.
Publikation:
Gaebel R, Ma N, Liu J, Guan J, Koch L, Klopsch C, Gruene M, Toelk A, Wang W, Mark P, Wang F, Chichkov B, Li W, Steinhoff G.
Patterning human stem cells and endothelial cells with laser printing for cardiac regeneration.
Biomaterials. 2011 Dec;32(35):9218-30. |
Biologe Ralf Gäbel zeigt einen Prototyp des mit künstlichen Blutgefäßen besiedelten "Herz-Flickens".
Foto: RTC Rostock
Dieses Foto schicken wir Ihnen auf Anfrage in Druckqualität.
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Ältere Meldungen
3./4.11.2011: Presseeinladung zu den „Herztagen Rostock“
30.09.2011: MV tut Ihrem Herzen gut: Netzwerk präsentiert Gesundheitsangebote fürs Herz
08.09.2011: 10 Jahre kardiale Stammzelltherapie – zwei Pioniere blicken zurück
23.06.2011: Das RTC in der Presse: Jubiläum der kardialen Stammzelltherapie
12.05.2011: Moleküle im Nano-Bereich beobachten: Neues superauflösendes Mikroskop bringt Impulse für Rostocker Wissenschaftler
13.04.2011: RTC Rostock vom Chef der Staatskanzlei Reinhard Meyer ausgezeichnet
21.02.2011: Aus Knochenmark, Nabelschnur oder Fettgewebe: Stammzelle ist nicht gleich Stammzelle
15.02.2011: Ernst-Derra-Preis für Rostocker Herzchirurgen: Innovative Therapien bei angeborenen Herzfehlern
14.02.2011: Internationaler Überblicksband zur Regenerativen Medizin – herausgegeben von Gustav Steinhoff
21.12.2010: Stellungnahme zur sicherheit und Standardisierung von Stammzelltherapien im Deutschen Ärzteblatt
22.11.2010: Stammzellen aus der Sprühdose
17.11.2010: Neuentdeckter Zelltyp unterstützt die Selbstheilungskräfte des Herzens
03.11.2010: MV präsentiert sich auf Amerikanisch-Deutschem Event für Medizintechnik & Medizinischer Biotechnologie
15.09.2010: Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Dr. med. Bodo Eckehard Strauer
14.07.2010: Labor statt Strand – Fünfte Staffel des Schülerstammzell-Projekts am RTC Rostock
16.04.2010: Empfehlungen der Europäischen Arzneimittelagentur zu Stammzelltherapien
15.02.2010: Wie sich Stammzellen ins Herz locken lassen: Rostocker Forschung für kardiale Stammzelltherapie ausgezeichnet
05.02.2010: Interview: Prof. Dr. Gustav Steinhoff in “The Hindu” (Hyderabad, Indien)
29.10.2009: Stammzellen mit Bypass-Operation kombiniert – erste klinische Studie der Phase III beginnt in Rostock
26.10.2009: Neue Therapien für kranke Kinderherzen: Rostocker Wissenschaftler gewann europäischen Nachwuchspreis
02.09.2009: Rostocker Herzchirurgen gelingt weltweit erste Stammzell- Transplantation bei Schlüsselloch-Herzklappen-Korrektur
21.08.2009: Stammzellen unterm Mikroskop: Rostocker Forscher untersuchen Sicherheit von Stammzelltherapien
20.07.2009: Nabelschnurblut-Stammzellen verbessern Herzleistung bei angeborenem Herzfehler
24.04.2009: Feierliche Eröffnung des RTC
Kontakt für Presseanfragen
Anke Wagner
Telefon: 0381 - 494 39 05
E-mail: anke.wagner@med.uni-rostock.de |
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Presseeinladung zu den Herztagen Rostock
Termin: 3. und 4. November 2011
Ort: Foyer und Seminarraum des Biomedizinischen Forschungszentrums Rostock (BMFZ),
Schillingallee 68, 18057 Rostock
Veranstalter: Herzzentrum der Universität Rostock, Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie, Universität Rostock (RTC Rostock)
Einladung zur Pressekonferenz und Hinweise auf spezielle Angebote für die Medien
Die Herztage Rostock bieten geballte Information und kompetente Ansprechpartner zur Herzgesundheit mit zwei unterschiedlichen Schwerpunkten: am 3. November geht es um „Stammzelltherapien für’s Herz“, am 4. November steht die „Herzgesundheit in Mecklenburg-Vorpommern“ im Mittelpunkt.
Die Eröffnung der Herztage Rostock findet am 3. November um 9:30 Uhr statt. . „Sie ist verbunden mit einer Preisverleihung: Das Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapien (RTC Rostock) ist mit seinem Projekt „Stammzelltherapie fürs Herz an der Universität Rostock“ ein „Ausgewählter Ort 2011“ im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“. Der Wettbewerb wird gemeinsam von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und der Deutschen Bank durchgeführt. Das RTC Rostock wurde für seine Idee ausgezeichnet, Behandlungsmethoden mit patienteneigenen Stammzellen für Herzkrankheiten zu erforschen und anzuwenden. Das RTC Rostock hat sich zum Ziel gesetzt, Therapien zu etablieren, die eine langfristige Heilung des geschädigten Herzens möglich machen. Bezüglich der Erforschung von Stammzelltherapien gehört Deutschland zur Weltspitze, im Bereich der kardialen Stammzelltherapie hat Rostock die Spitzenposition: Leiter des RTC wie auch der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie der Universität Rostock ist Prof. Dr. med. Gustav Steinhoff, der 2001 den weltweit ersten Patienten während einer Herz-Operation mit Stammzellen behandelte. Ein weiterer Pionier der kardialen Stammzelltherapie ist Prof. Dr. Bodo Eberhard Strauer, der in Düsseldorf lehrte und jetzt am RTC eine Gastprofessur innehat. Zurzeit läuft am RTC und an weiteren Herzzentren in Deutschland eine klinische Studie der Phase III für die Stammzelltherapie nach Herzinfarkt. Das RTC wurde gegründet, um die Entwicklung der Kardialen Stammzelltherapie bis hin zur Zulassung zu begleiten und zudem allgemein den Weg für die Etablierung und Zulassung von Regenerativen Therapien zu ebnen.
Nach der Eröffnungsveranstaltung, um 10:30 Uhr, laden Prof. Steinhoff, Dr. Kleine vom Rostocker Unternehmen Seracell Stammzelltechnologie GmbH und Vertreter der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ sowie der Deutschen Bank zu einer Pressekonferenz ein.
Wir bitten um Anmeldung per Telefon oder E-Mail bis zum 28.10.2011.
Hinweise auf spezielle Angebote für die Medien im Rahmen der Herztage:
- Eröffnungsveranstaltung mit Auszeichnung im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ und anschließender Pressekonferenz
- hochrangig besetzte Podiumsdiskussion zu einem gesundheitspolitisch wichtigen Thema am Freitag nachmittag
- das begehbare Herzmodell: als foto-/telegene Kulisse für Interviews, als außergewöhnliche Illustration für Fragen rund ums Herz.
- Gelegenheit für Expertengespräche: Wir organisieren gern für Sie individuelle Interviewtermine mit den Experten vor Ort. Bitte kontaktieren Sie uns!
- Präsentation der Produktionsanlagen von Seracell Stammzelltechnologie GmbH und der Stammzell-Forschungslabore des RTC Rostock: Wie werden Stammzellen für die Therapie aufbereitet? Wie werden Stammzellen erforscht?
- der weltweit modernste Herz-Lungen-Abhörtrainer wird auf den Herztagen Rostock erstmals einem breiten Publikum präsentiert: „Rostocker Simulationsanlage und Notfallausbildungszentrum“ bietet auch individuelle Gesprächstermine für Medien.
- dicht dran an aktuellen Trends: Elektrofahrräder von movelo ermöglichen individuell einstellbare, naturnahe und gesunde Mobilität, versuchen Sie selbst! Das Projekt „Deutschlands größte Bewegungs- und Gesundheitslandschaft – Natürlich Rügen“ integriert diese in das innovative Urlaubskonzept VITAK – VITal AKtiv und bringt Anschauungsobjekte und Informationen zu den Herztagen mit.
Für individuelle Absprachen setzen sie sich bitte mit
Anke Wagner, Tel 0381 - 494 39 05 in Verbindung.
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30.09.2011 – Pressemitteilung
MV tut Ihrem Herzen gut:
Netzwerk präsentiert
Gesundheitsangebote fürs Herz
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Rostock. Wer seinem Herzen Gutes tun will, hat es in Mecklenburg-Vorpommern in Zukunft leicht: Ab 2012 werden Angebote und Information zu herzgesundem Leben und Urlaub, zu Behandlungsmöglichkeiten von Herzkrankheiten und Nachsorgeangeboten übersichtlich und verständlich auf einer Website und in einem Ratgeber zusammengestellt. Um diese Idee zu verwirklichen, wurde gestern in Rostock ein Netzwerk aus Klinikern, Hausärzten, Präventionsanbietern, Vertretern von gesetzlichen Krankenkassen und Hochschulen, Verbänden, Organisationen und Anbietern von Gesundheitsreisen gegründet.
In einem Workshop verständigten sich die Netzwerkpartner aus ganz Mecklenburg-Vorpommern auf ein gemeinsames Leitbild, auf Inhalte und Struktur eines ersten Ratgebers „MV tut Ihrem Herzen gut“, der im nächsten Jahr erscheinen soll. Ideen für gemeinsame Forschungsprojekte und die langfristige Entwicklung des Netzwerkes wurden diskutiert. „Das Projekt knüpft im Hinblick auf die hohe Bedeutung, die der Qualitätssicherung bei Präventions-und Therapieangeboten zukommt, in idealer Weise an frühere Projekte, z.B. ,Qualität im Gesundheitstourismus‘ an“, sagt Dr. Sven Olsen, Geschäftsführer des Baltic College, das die Mitarbeit im Netzwerk in die Studierendenausbildung integrieren wird.
Initiator des Netzwerks „MV tut Ihrem Herzen gut“ ist das Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie der Universität Rostock (RTC). Das RTC befasst sich mit der Entwicklung und Verbreitung von Stammzelltherapien gegen Herzerkrankungen und somit auch weitergehend mit Fragen der Herzgesundheit, erläuterte Projektleiterin Anke Wagner: „Mit Stammzelltherapien können wir die Regenerationsfähigkeit des Herzens erhöhen, z.B. nach einem Herzinfarkt. Aber Herzgesundheit ist für uns, die wir uns mit Regeneration und regenerativer Medizin befassen, mehr als das Behandeln von Erkrankungen: wir fragen uns, was vor Herzerkrankungen schützt, wie man Herzkranke optimal unterstützen kann und wie sicherzustellen ist, dass eine solche Unterstützung auch dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Wir freuen uns, dies zusammen mit den Netzwerkpartnern voranzubringen.“
Das Projekt „MV tut Ihrem Herzen gut“ ist an der Universität Rostock angesiedelt und wird, als Gewinner des Ideenwettbewerbs Gesundheitswirtschaft, vom Land aus EU-Mitteln gefördert. Der Online-Ratgeber zur Herzgesundheit startet im Frühjahr 2012 unter www.herzgesund-mv.de. Die Website wird noch in diesem Oktober online gehen, mit Informationen über das Projekt. Weitere Netzwerkpartner sind willkommen.
Kontakt für weitere Information
Anke Wagner
Telefon: 0381 - 494 39 05
E-mail: anke.wagner@med.uni-rostock.de
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08.09.2011 – Pressemitteilung
10 Jahre kardiale Stammzelltherapie – zwei Pioniere blicken zurück
2001 wagten zwei Ärzte, der Kardiologe Prof. Bodo-Eckehard Strauer aus Düsseldorf und der Herzchirurg Prof. Gustav Steinhoff aus Rostock, weltweit erstmals den Einsatz von adulten Stammzellen an herzkranken Patienten. Zum 10-jährigen Jubiläum verfassten sie zusammen einen Übersichtsartikel zur kardialen Stammzelltherapie im renommierten Journal of the American College of Cardiology (JACC), der am 6.9.2011 erschienen ist. Das Resümee: Zwar ist diese kardiale Stammzelltherapie bis heute noch nicht allgemein zugelassen, aber auf dem Weg vom Labor zum Patienten sind die wichtigsten Schritte getan.
Die Idee klingt einfach: Stammzellen sind verantwortlich für Heilungsprozesse im menschlichen Körper. Da im Herzen aber davon zu wenige sind, muss man sie konzentriert ins Herz bringen, um Schäden, zum Beispiel nach einem Herzinfarkt sowie bei chronischer Herzschwäche, heilen zu können. Nach Jahren der Forschung im Labor schien diese Idee 2001 soweit ausgereift, dass, unabhängig voneinander, zwei Herzspezialisten den Übergang in die Klinik für richtig hielten. „Ein Unterfangen,“ so Prof. Steinhoff, Herzchirurg der Rostocker Uniklinik, „das keineswegs risikofrei war. Aber heute können wir sicher sagen: Bisher wurde in keiner klinischen Studie mit adulten Stammzellen am Herzen negative Nebenwirkungen beobachtet.“
Sicher ist die Therapie also, bei der dem Patienten aus dem Beckenkamm Knochenmark entnommen wird, dann die darin enthaltenen Stammzellen isoliert und konzentriert werden, um schließlich per Spritze direkt in den Herzmuskel oder per Katheter in die Herzkranzgefäße gebracht zu werden. Dort sollen die Zellen geschädigtes Herzgewebe wiederherstellen helfen. Im Vergleich zu etablierten Behandlungen eines Herzinfarkts, die lediglich Symptome mildern, würde die Stammzelltherapie tatsächlich eine Heilung bedeuten. Viele klinische Studien folgten den ersten Anwendungen, und brachten – wie so oft bei neuen Therapieverfahren in der Medizin - ganz unterschiedliche Resultate: von erstaunlichen Heilungserfolgen bis hin zu kaum nachweisbaren Ergebnissen. So konnte der Kardiologe Prof. Strauer in seinen Studien an insgesamt ca. 500 Patienten Funktionsverbesserungen des Herzens von 4-15% erreichen, sowie einen Gewinn an Lebensqualität und Lebensdauer für die Patienten. Auch der Herzchirurg Prof. Steinhoff konnte in seinen Studien bei 150 Herzoperationen Verbesserungen der Pumpfunktion von durchschnittlich 8% erreichen. Wichtige klinische Faktoren, so sind sich die beiden Herzspezialisten einig, seien die Art der Erkrankung ( akut – chronisch), der Schweregrad der Herzinsuffizienz, das Alter der Patienten, die Vorgehensweise bei der Herstellung der Stammzellen sowie auch der Anwendungsvorgang am Herzen selbst.
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Zehn Jahre später ist immer noch nicht restlos geklärt, wie genau Stammzellen im Herzen wirken, und die Therapie wird im Wesentlichen an spezialisierten Kliniken angewendet. Eine Enttäuschung? „Nein,“ betont Prof. Steinhoff „denn auch wenn die Forschung noch nicht alle Mechanismen aufgedeckt hat: wir wissen heute viel mehr als vor 10 Jahren, z.B. dass es mehrere verschiedene Wirkmechanismen gibt, die über neu entdeckte Wachstumsfaktoren und die Aktivierung von Herzstammzellen wirken. Insofern ist durch diese Therapie der Weg zum nachwachsenden Herzen aufgezeichnet“
Aber nicht nur die Zellbiologie ist sehr komplex, inzwischen sind es auch die gesetzlichen Bestimmungen, wenn man ein Arzneimittel dieser Art in Verkehr bringen will. Denn, wie für neue Medikamentenwirkstoffe, braucht man große klinische Studien und durchläuft ein aufwändiges Zulassungsverfahren. Für die Sicherheit des Patienten ist das natürlich zu begrüßen, niemand möchte eine ungeprüfte Therapie haben. Das Problem ist vielmehr, dass hinter Stammzelltherapien oder anderen regenerativen Therapien meist kein großer Pharmakonzern steht, der das alles bezahlt. Es sind Kliniken und kleine Biotechnologiefirmen, die die Entwicklung voranbringen. Die Kosten für eine große Studie gehen schon mal in die Millionen und, anders als für Grundlagenforschung, gibt es dafür wenig Forschungsmittel. Prof. Strauer gibt sich diesbezüglich zuversichtlich: „Wenn erst einmal mehrere große und doppelblinde Studien mit guten Ergebnissen abgeschlossen sind, wird das Interesse an Stammzelltherapien stark steigen. Dann wird auch die Finanzierung einfacher.“
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Prof. Bodo-Eckehard Strauer (li.) und Prof. Gustav Steinhoff begannen vor 10 Jahren unabhängig voneinander, die kardiale Stammzelltherapie in die Klinik einzuführen. Jetzt arbeiten sie am RTC Rostock zusammen.
(Das Foto stellen wir Ihnen gern in druckfähiger Auflösung zur Verfügung.)
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Eine dieser Studien läuft seit 2009 am Rostocker Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie, beteiligt sind auch die universitären Herzzentren in Berlin und Hannover, seit 2011 auch Bad Oeynhausen, Leipzig, Hamburg und Düsseldorf dabei. Bis 2013 soll die Studie abgeschlossen sein und an gut 140 Patienten gezeigt haben, dass die kardiale Stammzelltherapie objektiv die Herzfunktion verbessert. Prof. Steinhoff ist klinischer Leiter dieser Studie und optimistisch: „Wir hoffen, dass wir die Ergebnisse unserer vorhergehenden Studien auch doppelblind wiederholen können, das sich also zeigt, dass hier keineswegs ein Placebo-Effekt wirksam ist, sondern wirklich die Patienten-eigenen adulten Stammzellen Heilung bringen. Dann werden wir uns um die Beantragung der europäischen Zulassung bemühen, damit zukünftig allen Patienten mit Herzinsuffizienz eine Stammzelltherapie möglich ist.“
Publikation:
Bodo-Eckehard Strauer and Gustav Steinhoff
10 years intracoronary and intramyocardial bone marrow stem cell therapy of the heart: from the methodological origin to clinical practice
Journal of the American College of Cardiology (JACC) 2011,58,1095-1104
Kontakt für Rückfragen:
Prof. Dr. med. Gustav Steinhoff
Telefon: +49 (0)381 - 4 94 61 00
Fax: +49 (0)381 - 4 94 61 02
gustav.steinhoff@med.uni-rostock.de |
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23.06.2011 – Das RTC in der Presse
10 Jahre kardiale Stammzelltherapie – Rückblick und Ausblick
Anlässlich des Jubiläums der ersten klinischen Anwendung von Stammzellen im Frühjahr und Sommer 2001 luden die Pioniere der ersten Stunde, Prof. Dr. Bodo Eckehard Strauer und Prof. Dr. Gustav Steinhoff zum Pressegespräch ein.
Artikel erschienen deutschlandweit, z.B. hier:
Focus online
n-tv
VDI-Nachrichten.com
Deutschlandradio, Kalenderblatt 24.8.
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12.05.2011 – Pressemitteilung
Moleküle im Nano-Bereich beobachten: Neues superauflösendes Mikroskop bringt Impulse für Rostocker Wissenschaftler
Europaweit erstes Mikroskop der Serie ELYRA PS.1 von Carl Zeiss wird heute am RTC Rostock installiert
Rostock. Die Wissenschaftler des Referenz- und Translationszentrums für kardiale Stammzelltherapie der Universität Rostock (RTC) können jetzt Moleküle mit einer Lokalisationsgenauigkeit von bis zu 10 Nanometer am Mikroskop sichtbar machen. Möglich macht dies das Mikroskopsystem ELYRA PS.1, eine Neuentwicklung der Carl Zeiss MicroImaging GmbH. Neben der Universität von Osaka ist das RTC Rostock damit erster Anwender eines Seriengerätes dieser Technologie weltweit. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
„Unsere Forschung befasst sich mit der Wirkungsweise, der Sicherheit und der Weiterentwicklung von Stammzelltherapien gegen Herzerkrankungen. ELYRA wird uns dabei unterstützen,“ erläutert Prof. Gustav Steinhoff, Leiter des RTC Rostock. Besonders interessante Möglichkeiten biete das neue Mikroskop für den Einsatz von gentechnischen Methoden und Nanotechnologie an Stammzellen. So versucht man die Zellen z.B. durch Einschleusung von Genen dahingehend zu verändern, dass sie eine größere therapeutische Wirksamkeit oder längere Lebensdauer nach Transplantation aufweisen. Die Einschleusung des Genmaterials erfolgt über eine neuartige Methode, deren Mechanismus noch nicht vollständig aufgeklärt ist. Ebenso wenig ist bekannt, ob die veränderte Zelle unerwarteten Nebeneffekten ausgesetzt ist. Mit ELYRA PS.1 können nun erstmals Zellprozesse auf Molekülebene an lebenden Zellen beobachtet und dokumentiert werden. Bisher war es nur mit Elektronenmikroskopen möglich, Strukturen im Bereich von bis zu 10 Nanometer sichtbar zu machen, lebende Zellen werden dabei jedoch zerstört.
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Evgenya Delyagina, Forscherin am RTC Rostock, wird am neuen Mikroskop ELYRA PS.1 genetisch veränderte Stammzellen untersuchen.
Foto: © Zeiss/RTC |
Das LSM 780 ELYRA PS.1 vereint als erste Technologie-Plattform die Strukturierte Beleuchtung (SR-SIM) und die Photoaktivierte Lokalisations Mikroskopie (PALM), die in der Fluoreszenzmikroskopie bisher nicht erreichbare Auflösungen gestatten. Mit SR-SIM (Superresolution Structured Illumination Microscopy) wird eine Verdoppelung der Auflösung konventioneller Fluoreszenzmikroskope erreicht, wobei alle üblichen Fluoreszenzfarbstoffe verwendet werden können. Bei PALM (Photoactivated Localization Microscopy) sind z.B. mittels schaltbarer fluoreszierender Proteine Lokalisationsgenauigkeiten von bis zu 10 Nanometer möglich. Am ELYRA PS.1 des RTC Rostock sind superauflösende Techniken mit dem LSM 780, dem modernsten und leistungsfähigsten konfokalen Laser-Scanning-Mikroskop von Carl Zeiss kombiniert.
Mehr Information zu ELYRA, SR-SIM und PALM: www.zeiss.com/superresolution
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13.04.2011 – Pressemitteilung
RTC Rostock vom Chef der Staatskanzlei Reinhard Meyer ausgezeichnet
Veranstaltung zur Preisverleihung am 3. November
Das Referenz- undTranslationszentrum für kardiale Stammzelltherapie der Universität Rostock (RTC Rostock) zählt zu den 15 Preisträgern aus Mecklenburg-Vorpommern im Wettbewerb 365 Orte im Land der Ideen. „Das ist die höchste Zahl seit Gründung des Wettbewerbs", sagte der Chef der Staatskanzlei Reinhard Meyer am Mittwoch bei einem Empfang in Schwerin. „Die Preisträger zeigen: Mecklenburg-Vorpommern ist nicht nur das schönste Bundesland. Es ist vor allem ein Land mit Frei-Raum für Ideen.“ Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ prämiert seit 2006 in Kooperation mit der Deutschen Bank ausgewählte Ideen und Projekte, die einen besonderen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands leisten.
Am „Ausgezeichneten Ort“, dem RTC Rostock haben Forscher eine kardiale Stammzelltherapie entwickelt, bei der dem Patienten während der Operation eigene Stammzellen aus dem Knochenmark ins Herz gespritzt werden. Stammzellen fördern Regenerationsprozesse im menschlichen Körper, doch nach einem Infarkt ist das Herz kaum in der Lage, Stammzellen für Heilungsprozesse zu aktivieren. Die Stammzellentherapie per Spritze leistet hier Unterstützung. Derzeit läuft eine Studie, um die europaweite Zulassung der Therapie vorzubereiten. Die Preisverleihung findet am 3. November statt, an diesem Tag wird das RTC seine Arbeit in einer öffentlichen Veranstaltung zum Thema „Herztage Rostock – Stammzellen fürs Herz“ vorstellen.
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| Empfang der Preisträger 2011 aus Mecklenburg-Vorpommern im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ |
Für das RTC Rostock nahm Dr. Gudrun Tiedemann die Urkunde entgegen. |
„Preisträger im Wettbewerb ‚365 Orte im Land der Ideen‘ zu sein, ist ein Qualitätsmerkmal in allen Bereichen. Mit großem Engagement und Leidenschaft machen die ‚Ausgewählten Orte‘ aus Mecklenburg-Vorpommern Innovationen sichtbar und geben wichtige Impulse für unsere Zukunft. Wir freuen uns, die vielfältigen Preisträger in diesem Jahr auszuzeichnen“, gratulierte Kurt Linden von der Deutschen Bank in Rostock.
Pressekontakt „Deutschland – Land der Ideen“:
Verena Schad
Tel.: 030/206 459-155
schad@land-der-ideen.de
www.land-der-ideen.de
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21.02.2011 – Pressemitteilung
Aus Knochenmark, Nabelschnur oder Fettgewebe: Stammzelle ist nicht gleich Stammzelle
Rostocker Wissenschaftler untersuchen therapeutisches Potenzial von humanen Stammzellen aus unterschiedlichen Geweben
Auch wenn sie phänotypisch gleiche Merkmale aufweisen, hinsichtlich des therapeutischen Potenzials unterscheiden sich Stammzellen aus unterschiedlichen Quellen deutlich voneinander. Für eine Stammzelltherapie nach Herzinfarkt, das wiesen die Wissenschaftler der Universität Rostock erstmals systematisch nach, sind Stammzellen aus dem Knochenmark am wirksamsten, am wenigsten tragen Stammzellen aus Nabelschnurblut zu Heilungsprozessen bei. Die Studie ist am 11. Februar im Journal „PLoS one“ erschienen.
Die Arbeitsgruppe des Referenz- und Translationszentrums für kardiale Stammzelltherapie der Universität Rostock (RTC) untersuchte mesenchymale Stammzellen (MSC). „Diese Untergruppe adulter Stammzellen findet man beim Menschen im Knochenmark, im Fettgewebe, aber auch im Nabelschnurblut.“, erläutert Doktorand Ralf Gäbel, Erstautor der Publikation. „MSC sind interessant für eine autologe therapeutische Anwendung, das heißt, dass ein Patient mit seinen eigenen Stammzellen behandelt werden kann.“ Bisher werden in Kultur vermehrte MSC noch nicht gegen Herzkrankheiten klinisch eingesetzt, sondern nur an Tieren getestet. In derzeit laufenden klinischen Studien werden hämatopoietische (blutbildende) Stammzellen aus dem Knochenmark verwendet.
Die Rostocker Forscher prüften das Regenerationspotential von humanen MSC nach Herzinfarkt am Mausmodell und verknüpften dabei gleich zwei Fragestellungen miteinander: Einerseits wurde untersucht, ob sich MSC aus verschiedenen Geweben in ihrer regenerativen Wirkung unterscheiden, andererseits wurde nach Merkmalen gesucht, in denen sich die MSC aus den drei Quellen unterscheiden und geprüft, ob diese einen Einfluss auf ihre regenerative Wirksamkeit haben. „Bereits 2006 zeigten Wissenschaftler aus Mannheim, dass MSC aus Nabelschnurblut weniger Endoglin produzieren, als Knochenmark- bzw. Fettgewebs-MSC.“ sagt Ralf Gäbel.
„Endoglin ist ein Schlüsselenzym in biochemischen Signalwegen, welche die Blutgefäßbildung induzieren und das Absterben des erkrankten Gewebes aufhalten.“ Die Ergebnisse der vergleichenden Analyse im Tier belegen tatsächlich eine geringere therapeutische Wirkung von MSC aus Nabelschnurblut gegenüber den beiden anderen Stammzellquellen. Isoliert man nun aus Nabelschnurblut-MSC die Zellen mit einer hohen Endoglinexpression, dann verhalten sich diese in ihrem Regenerationspotential ähnlich den Knochenmark-MSC. Bevor Stammzelltherapien, besonders mit Zellen aus Nabelschnurblut, am Menschen angewendet werden, sollte, so die Schlussfolgerung der Rostocker Zellbiologen, die therapeutische Wirkung der Zellen gründlich untersucht werden.
Im RTC Rostock werden neue Behandlungsmethoden mit Stammzellen für Herzkrankheiten erforscht und angewandt. Ziel ist es, auf dem Weg der Regenerativen Medizin eine langfristige Heilung des geschädigten Herzens möglich zu machen. Klinische Stammzell-Studien werden an der Universität Rostock derzeit mit hämatopoietischen Stammzellen durchgeführt. Die Grundlagenforschung des RTC Rostock befasst sich aber mit einer Weiterentwicklung der Therapiemöglichkeiten, unter anderem auch mit der Erforschung von MSC.
Das RTC Rostock wurde 2008 auf Initiative von Professor Dr. Gustav Steinhoff, Direktor der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie und der Forschungslaboratorien für kardialen Gewebe- und Organersatz gegründet. Es wird von Bund (BMBF) und Land M-V sowie durch Industriekooperationen finanziert.
Publikation:
Ralf Gaebel, Dario Furlani, Heiko Sorg, Bianca Polchow, Johannes Frank, Karen Bieback, Weiwei Wang, Christian Klopsch, Lee-Lee Ong, Wenzhong Li, Nan Ma, Gustav Steinhoff
Cell origin of human mesenchymal stem cells determines a different healing performance in cardiac regeneration
PLoS one, 11.2.2011
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Doktorand Ralf Gäbel untersucht Zellen am Mikroskop.
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Kontakt: Anke Wagner, Tel 0381 - 494 39 05 |
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15.02.2011 – Pressemitteilung
Ernst-Derra-Preis für Rostocker Herzchirurgen: Innovative Therapien bei angeborenen Herzfehlern
Privat-Dozent Dr. Can Yerebakan erhält den diesjährigen Ernst-Derra-Preis. Der 33- jährige Herzchirurg arbeitete und forschte von 2006 bis 2010 in der Klinik für Herzchirurgie an der Universität Rostock. Der Schwerpunkt seiner Forschungsarbeiten sind regenerative Therapieoptionen bei angeborenen Herzfehlern. Der renommierte Forschungspreis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, verlieh die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz und Gefäßchirurgie auf ihrer 40. Jahrestagung im Februar in Stuttgart
Bild unten: Preisverleihung auf der Jahrestagung DGTHG:
Prof. Dr. med. Peter Satter übergibt den Ernst-Derra-Preis an PD Dr. Can Yerebakan (li.).

Dass sich angeborene Herzfehler heute oft erfolgreich chirurgisch korrigieren lassen, heißt für die Betroffenen nicht unbedingt, dass sie ein beschwerdefreies Leben führen können. Im Gegenteil: nicht selten tritt aufgrund der chronischen Belastung des Herzens im Verlauf des Lebens eine Herzschwäche auf. Im Alltag äußert sich diese durch eine verminderte Belastbarkeit. Ursächlich dafür sind oftmals Umbauvorgänge am überforderten Herzmuskel (Remodeling). Dieser Umbau führt zum Verlust von funktionsfähigem Herzmuskelgewebe und zu dessen bindegewebigen Ersatz, wodurch die Leistungsfähigkeit des Herzens weiter abnimmt.
Can Yerebakan forschte an der Entwicklung neuartiger therapeutischer Strategien, die dem Remodeling entgegenwirken und damit einer Herzmuskelschwäche nach kinderherzchirurgischen Eingriffen vorbeugen sollen. Im Fokus standen dabei regenerative Behandlungsansätze. An einem selbst entwickelten Großtiermodell konnte er zunächst nachweisen, dass sich die Funktion des Herzens durch direkte Injektion von körpereigenen Stammzellen aus dem Nabelschnurblut in den Herzmuskel verbessert. Der Haupteffekt scheint dabei in der erhöhten Gefäßdichte des Herzmuskels zu liegen. In nachfolgenden Experimenten konnte ebenfalls in einem Großtiermodell nachgewiesen werden, dass die Herzfunktion auch unter Verwendung des Hormons Erythropoetin verbessert werden konnte. Die Therapie mit Erythropoetin hatte zahlreiche positive Effekte, unter anderem eine gesteigerte Dehnbarkeit des Herzmuskels, eine erhöhte Gefäßdichte sowie die Verminderung des Verlusts von Herzmuskelzellen. Diese Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Lebensqualität von Patienten mit angeborenen Herzfehlern langfristig zu verbessern, als nächster Schritt steht die Umsetzung in die klinische Anwendung an.
Can Yerebakan wurde 2010 zum Thema „Regenerative Therapieoptionen der rechtsventrikulären Dysfunktion bei angeborenen Herzfehlern“ an der Universität Rostock habilitiert. Seit 2006 hatte er als Assistenzarzt an der Klinik für Herzchirurgie im Team von Prof. Dr. Gustav Steinhoff sowie als Prüfarzt und Wissenschaftler am Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie der Universität Rostock mitgearbeitet. Nach Abschluss seiner Facharztausbildung in der Herzchirurgie im Herbst 2010, wechselte Dr. Yerebakan in das Team des weltberühmten Kinderherzchirurgen Dr. Richard A. Jonas am Children`s National Medical Center in Washington, DC, USA.
Kontakt:
Can Yerebakan, M.D.
Children`s National Medical Center
Children`s National Heart Institute
111 Michigan Avenue
Washington, DC, 20010
USA
Prof. Dr. med. Gustav Steinhoff
Universitätsklinik Rostock
Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie
Schillingallee 35
18055 Rostock
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14.02.2011 – Pressemitteilung
Internationaler Überblicksband zur Regenerativen Medizin – herausgegeben von Gustav Steinhoff
Im Februar 2011 erschien im Springer Verlag ein vom Rostocker Mediziner Gustav Steinhoff herausgebrachter Übersichtsband mit dem Titel „Regenerative Medicine – from protocol to patient“. Das Buch enthält Beiträge von international führenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Regenerativen Medizin. Dargestellt werden der aktuelle Stand von Forschung, klinischer Entwicklung und ersten therapeutischen Ansätzen zur Heilung verschiedener Krankheiten und Regeneration von Organschäden. Zudem wird auf den gesamten Translationsprozess vom Labor bis zur Anwendung am Patienten eingegangen, wobei regulative und ethische Themen behandelt und industrielle Sichtweisen dargestellt werden. Der Band richtet sich an Studierende, Forscher, Ärzte und vor allem auch Patienten, die sich einen fundierten Überblick über dieses viel versprechende, interdisziplinäre Gebiet verschaffen wollen.
Die Regenerative Medizin verfolgt das. Ziel, klinische Anwendungen hervorzubringen, die eine Reparatur, den Ersatz oder die Autoregeneration kranker Zellen, Gewebe oder Organe bei angeborenen oder erworbenen Krankheiten ermöglichen. Die Forschung konzentriert sich dabei auf die biologischen Grundlagen der Regeneration. Hierbei stehen die Untersuchungen an Stammzellen besonders im Fokus – ein zu Beginn des 21. Jahrhunderts faszinierendes und gleichzeitig kontrovers diskutiertes Gebiet der Medizin. Der Herausgeber des Sammelbandes, Prof. Gustav Steinhoff, ist Leiter des Referenz- und Translationszentrums für kardiale Stammzelltherapien der Universität Rostock und genießt internationales Renommee als Pionier der adulten Stammzelltherapie in der Herzchirurgie.
Buch Daten:
Gustav Steinhoff (Herausgeber): Regenerative Medicine – from protocol to patient
Springer Netherlands, 1032 Seiten, ISBN-13: 978-9048190744
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04.01.2011 – kardiale Stammzelltherapie bei ARTE
Der Fernsehbeitrag „Leben ohne Herzinfarkt“ wurde am 4.1. bei ARTE gezeigt.
mehr (externer Link)
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21.12.2010 – Das RTC in der Presse
Das RTC fordert Transparenz bei der Anwendung von Stammzelltherapien
Lesen Sie die Stellungnahme im Deutschen Ärzteblatt Nr. 50 hier
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22.11.2010 – Das RTC in der Presse
Stammzellen aus der Sprühdose helfen dem Herzen
schreibt am 22. November unter anderem „Die Welt“. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.
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17.11.2010 – Presseinformation
Neuentdeckter Zelltyp unterstützt die Selbstheilungskräfte des Herzens
Rostocker Wissenschaftler klären Zusammenspiel von Hormon- und Immunsystem – therapeutische Anwendung denkbar
Wissenschaftler der Universität Rostock haben einen neuen Zelltyp identifiziert, der dazu beiträgt ein geschädigtes Herz vor Entzündungsreaktionen zu schützen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen veröffentlichte die Arbeitsgruppe um Dr. Jun Li in der Novemberausgabe des Journal of Immunology. Die Beschreibung des neuen Zelltyps erklärt wichtige Zusammenhänge von Hormon- und Immunsystem, teilt das Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie der Universität Rostock (RTC) mit. Ziel der Studien ist die Entwicklung neuer Therapien für Herzkranke.
Wissenschaftler der Universität Rostock haben einen neuen Zelltyp identifiziert, der dazu beiträgt ein geschädigtes Herz vor Entzündungsreaktionen zu schützen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen veröffentlichte die Arbeitsgruppe um Dr. Jun Li in der Novemberausgabe des Journal of Immunology. Mit der Entdeckung der so genannten CD8+AT2R+T-Zellen gelang den Rostocker Wissenschaftlern ein wichtiger Schritt in der Aufklärung des komplizierten Wechselspiels zwischen Hormon- und Immunsystem. Das Hormon Angiotensin II kontrolliert den Blutdruck und den Wasserhaushalt des Körpers, es wird über verschiedene Rezeptoren (AT1-R und AT2-R) gesteuert. Gut erforscht ist Angiotensin II mit seinem Rezeptor AT1-R, der für eine Verengung der Gefäße und damit für höheren Blutdruck sorgt. Blutdrucksenkende Medikamente nutzen diesen Mechanismus durch die Hemmung von AT1-R. Der AT2-R ist dagegen wenig erforscht.
Um die Rolle des AT2-R besser zu verstehen, beobachteten Li und seine Kollegen AT2-Rezeptoren und ihr Verhalten in Ratten, die einen Herzinfarkt erlitten hatten. Dabei entdeckten sie den neuen Zelltyp CD8+AT2R+T-Zellen. Dies ist eine Untergruppe von T-Lymphozyten, die auf die Erkennung ausgesuchter Antigene spezialisiert sind. Sieben Tage nach dem Infarkt fanden die Wissenschaftler eine signifikant erhöhte Zahl von CD8+AT2R+T-Zellen im Herzen und in der Milz der Tiere. Sie konnten auch die Funktion dieses Zelltyps ermitteln: diese Lymphozyten fördern die Produktion eines speziellen Botenstoffs des Immunsystems (IL-10), der seinerseits die Körperabwehr reguliert und damit vor übersteigerten Entzündungsprozessen schützt. Denn das Immunsystem des Menschen reagiert nicht immer angemessen auf eine Bedrohung, z.B. eine Entzündung. Dr. Jun Li erläutert das so: „Oft schädigt eine übersteigerte Reaktion des Immunsystems die befallenen Organe mehr als nötig wäre, um den Angriff abzuwehren. Ein Beispiel dafür ist, dass in Folge eines Herzinfarktes oft große Areale des Herzmuskels absterben, vernarben und dann nicht mehr zur Herzfunktion beitragen können.“
Die Rostocker Arbeitsgruppe geht auch schon einen Schritt weiter und denkt über die Möglichkeit einer therapeutischen Anwendung des neu entdeckten Zelltyps nach. Eine gezielte Behandlung mit CD8+AT2R+T-Zellen könnte die Immunreaktion des Körpers so weit steuern, dass nach einem Herzinfarkt die Rettung des geschädigten Herzmuskels wahrscheinlicher wird. Dazu wurden in Rostock erste Versuche an Ratten durchgeführt: Sie zeigten, dass eine Gabe von CD8+AT2R+ T-Zellen nach einem Herzinfarkt die Größe des Infarkts reduziert. Die Zellen waren zuvor aus dem Blut und der Milz der Tiere isoliert und vermehrt worden. Auch aus menschlichem Blut lassen sich CD8+AT2R+ T-Zellen isolieren, daher besteht zunächst theoretisch die Möglichkeit, mithilfe dieser Zellen die körpereigenen Regenerationsprozesse zu steuern. Bevor es so weit ist, sind noch diverse Studien zu Sicherheit, Wirksamkeit und Nutzen notwendig, so dass es bis zur anwendbaren Therapie noch Jahre dauern kann. „In Rostock haben wir sehr gute Voraussetzungen, diese Erkenntnisse aus dem Labor in die Klinik zu bringen,“ sagt Dr. Li, „denn wir arbeiten am Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie, in dem Forscher, Ärzte, und Translationsexperten eng zusammenarbeiten, um neue regenerative Therapien für Herzkranke möglichst effektiv und sicher voranzubringen.“
Publikation:
Curato C, Slavic S, Dong J, Skorska A, Altarche-Xifró W, Miteva K, Kaschina E, Thiel A, Imboden H, Wang J, Steckelings U, Steinhoff G, Unger T, Li J.
Identification of non-cytotoxic and IL-10-producing CD8+AT2R+ T cell population in response to ischemic heart injury.
J Immunol. 2010;185:6286-6293 |

Von Rostocker Wissenschaftlern identifiziert: CD8+AT2R+ T-Zellen (Pfeile) im infarzierten Herz einer Ratte. (© RTC Rostock)
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03.11.2010 – Presseinformation
MV präsentiert sich auf Amerikanisch-Deutschem Event für Medizintechnik & Medizinischer Biotechnologie
Am 4. und 5. November veranstaltet Germany Trade & Invest zusammen mit Invest in MV eine Informations- und Networking Veranstaltung zu dem Thema "Open Innovation -Global Strategies in R&D" in Boston, USA, einer der wichtigsten Biotech-Regionen der Welt. Das Programm wird organisatorisch von renommierten Netzwerken wie MassMedic, MassBio, dem Massachusetts Life Science Center sowie dem Massachusetts Office of International Trade and Investment (MOITI) unterstützt.
Die Veranstaltung ist so konzipiert, dass amerikanische und ostdeutsche Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen durch ein gezieltes Matchmaking Forschungs- und Geschäftskontakte aufbauen können.
Im Rahmen einer Paneldiskussion präsentieren und diskutieren Vertreter von US-amerikanischen und deutschen Unternehmen sowie Forschungsinstituten aus den Bereichen Medizintechnik und Biotechnologie individuelle Innovationsstrategien und eigene Erfahrungen hinsichtlich effizienter internationaler Zusammenarbeit.
Darüber hinaus wird eine Delegation aus der deutschen Industrie und Wissenschaft für Gespräche zu Marktchancen in Deutschland und Europa zur Verfügung stehen sowie Wirtschaftsförderungen zu Investitionsmöglichkeiten und Standortvorteilen.
Ziel der Veranstaltung ist für Invest in MV die Kontaktaufnahme und Kontaktintensivierung zu potenziellen amerikanischen Investoren. In Präsentationen wird für den Investitionsstandort Mecklenburg-Vorpommern geworben.
Prof. Dr. med. Gustav Steinhoff, Herzchirurg an der Universität Rostock und international renommierter Pionier der kardialen Stammzelltherapie, ist Mitglied der deutschen Delegation und wird neueste Forschungsarbeiten seines Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie vorstellen, das international hohe Anerkennung erfährt, sowohl in Europa als auch in den USA.
„Wir möchten bei amerikanischen Unternehmen die Vorteile unseres Bundeslandes auf den Punkt bringen“, erklärte Michael Sturm, Geschäftsführer von Invest in MV. „Durch das gezielte Matchmaking können wir in einer der wichtigsten Biotech-Regionen der Welt Kontake zu Multiplikatoren und potentiellen Investoren aus dem Biotechnologiebereich aufbauen“, so Sturm weiter.
Kontakt:
Invest in Mecklenburg-Vorpommern GmbH, Schlossgartenallee 15, 19061 Schwerin
Ansprechpartnerin: Stefanie Hoerenz, Tel.: +49 (385) – 59 2 25 - 36, E-Mail: hoerenz@invest-in-mv.de
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Pressemitteilung vom 15.09.2010
Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
an Prof. Dr. med. Bodo Eckehard Strauer
Düsseldorf/Rostock. Prof. Dr. med. Bodo Eckehard Strauer, Emeritus der Universität Düsseldorf, wurde gestern das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Der 67-jährige Kardiologe wurde u.a. für seine wegweisenden Arbeiten in der Erforschung und Behandlung des Hochdruckherzens, für die Etablierung von neuen diagnostischen Verfahren zur Behandlung der koronaren Herzkrankheit an der Düsseldorfer Universitätsklinik und für seine Pinonierarbeit auf dem Gebiet der Stammzellentransplantation nach Herzinfarkt sowie für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Wissenschaftsorganisation und im Stiftungsbereich (Wulf-Alexander Strauer-Stiftung, Christiane und Claudia Hempel-Stiftung) ausgezeichnet. Als langjähriger Direktor der Düsseldorfer Universitätsklinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie hat Prof. Strauer maßgeblich dazu beigetragen, neue Methoden und Ansätze aus der Forschung in die klinische Anwendung zu bringen – und damit zahllosen Patienten Zugang zu neuen, hilfreichen Therapien verschafft. Besonders hervorzuheben ist die weltweit erste Transplantation von autologen Knochenmark-Stammzellen direkt ins Herzkranzgefäß eines Infarktpatienten, mit der Strauer 2001 die internationale Fachwelt beeindruckte. Seitdem sind im Rahmen zahlreicher klinischer Studien allein in Deutschland tausende schwer herzkranke Patienten mit körpereigenen Stammzellen behandelt worden.
Da Prof. Strauer die Stammzelltherapie besonders am Herzen liegt, ist er nach seiner Emeritierung keineswegs in den Ruhestand gewechselt, sondern berät das Referenz- und Translationszentum für kardiale Stammzelltherapie der Universität Rostock und ist dort als Gastprofessor tätig.
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| Prof. Dr. med. Bodo Eckehard Strauer |
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Pressemitteilung vom 14.07.2010
Labor statt Strand
Fünfte Staffel des Schülerstammzell-Projekts am RTC Rostock
Nicht alle Schülerinnen und Schüler Mecklenburg-Vorpommerns erholen sich schon am Strand. Zwölf Gymnasiasten aus Bad Doberan haben freiwillig den Ferienanfang um eine Woche verschoben, um beim Schüler-Stammzellprojekt an der Universität Rostock wissenschaftlich zu arbeiten. Zusammen mit dem Friderico-Francisceum-Gymnasium lädt das Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie der Universität Rostock (RTC) in jedem Jahr Schüler der 11. Klasse ein, ihren Biologieunterricht praktisch zu ergänzen. Zwei Wochen lang lernen sie die Arbeit in einem Zellforschungslabor und den Alltag eines Wissenschaftlers kennen: Sie züchten Zellen, mikroskopieren, extrahieren DNA und schleusen sie in Wirtszellen ein. Sie hören Vorträge über Zellbiologie und Stammzelltherapien.
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| Nora Beckmann bereitet eine Zellkultur vor. |
„Beim Stammzell-Projekt geht es darum, dass die Schüler aktuelle Fragen und Technologien der Medizin und Biotechnologie kennen lernen,“ erläutert Dr. Cornelia Lux, eine der Betreuerinnen des RTC. „Und sie sollen nicht nur die Theorie, sondern auch die Praxis der Wissenschaft erleben. So bearbeiten sie eigenständig wissenschaftliche Fragen und, da wir ein internationales Labor sind, findet all das auf Englisch statt. Zum Abschluss des Kurses präsentieren die Schüler ihre Ergebnisse unseren Wissenschaftlern.“ Interessant findet das Nora Beckmann, denn „normalerweise hielten die Mitarbeiter uns Vorträge und jetzt können wir selbst unser gewonnenes Wissen präsentieren.“
„Natürlich würde ich jetzt gern am Strand faulenzen,“ ergänzt ihr Mitschüler Theo Rodat angesichts von 30° auch im Labor. „Aber hier lernen wir etwas für unser zukünftiges Berufsleben und insgesamt ist es faszinierend.“
Prof. Dr. Gustav Steinhoff, Leiter des RTC, möchte mit dem Schülerstammzell-Projekt einerseits den jungen Gymnasiasten einen Einblick in die Welt der Wissenschaft ermöglichen, andererseits dient das Projekt konkret der Suche nach wissenschaftlichem Nachwuchs. Und das mit Erfolg: „Das Schülerstammzelllabor gibt es seit fünf Jahren, einige der ersten Teilnehmer sehe ich im Studiengang Biotechnologie an der Uni Rostock wieder. Das freut uns natürlich.“
Das Schülerstammzelll-Projekt basiert auf einer Kooperation zwischen der Universität Rostock, dem Verein IRMED e.V. und dem Friderico-Francisceum-Gymnasium, Bad Doberan. Eine Fortsetzung im nächsten Jahr ist geplant.
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Stammzellbehandung nur unter kontrollierten Bedingungen empfehlenswert
International und auch in Deutschland bieten private Kliniken Stammzelltherapien für unterschiedliche Krankheiten an. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) rät interessierten Patienten, diese Angebote genau zu prüfen. Bisher sei noch keine Stammzelltherapie nach der neuen Gesetzgebung zugelassen, heißt es in einer Erklärung der EMA. Die Angebote sind dennoch nicht illegal, vielmehr nutzen die Kliniken die im Gesetz vorgesehenen Übergangsfristen für auf dem Markt befindliche Produkte aus. Dennoch empfiehlt die EMA interessierten Patienten, sich an Kliniken zu wenden, an denen eine Stammzelltherapie im Rahmen von klinischen Studien erforscht und entwickelt wird. Dies ist am RTC der Fall: Die hier durchgeführten klinischen Studien sollen schließlich zu einer EU-weiten Zulassung führen.
Die Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur können Sie hier im Original lesen (in englisch).
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Pressemitteilung vom 15.02.2010
Wie sich Stammzellen ins Herz locken lassen:
Rostocker Forschung für kardiale Stammzelltherapie ausgezeichnet
Gleich zwei Rostocker Ärzte sind am Wochenende von der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) mit Preisen für ihre wissenschaftliche Arbeit zum Thema Stammzell-Zielwanderung ausgezeichnet worden: Dr. Christian Klopsch erhielt den Wissenschaftspreis der Ulrich-Karsten-Stiftung für seine Doktorarbeit, in der er untersuchte, inwiefern die Gabe von Erythropoetin (auch als Dopingmittel EPO bekannt) Stammzellen aus dem Knochenmark dazu anregt, sich in das infarktgeschädigte Herz zu begeben. Dr. Peter Donndorf bekam den Nachwuchspreis der DGTHG für seine Doktorarbeit, in der er sich mehr grundlegend mit der Frage befasste, welche Enzyme und Signalmoleküle die Zielwanderung von Knochenmark-Stammzellen hin zu einem entzündlich veränderten Gewebe beeinflussen.
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v.l.n.r.: Dr. Gerhard Fempell (Vertreter der Ulrich-Karsten Stiftung), Dr. Peter Donndorf, Dr. Christian Klopsch
Foto: Thomas Merz (www.merz-foto.de)
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Der Wissenschaftspreis der Ulrich-Karsten-Stiftung wird alle zwei Jahre an junge Wissenschaftler vergeben, die bereits hervorragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich Herz- und Kreislauferkrankungen vorgelegt haben und in ihren Fachgebieten weiterforschen wollen. Mit dem Nachwuchspreis zeichnet die DGHTG jährlich experimentelle und klinisch relevante Promotionsarbeiten der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie aus. Die Preise wurden am Sonntag, 14. Februar, anlässlich der Jahrestagung der DGHTG in Stuttgart verliehen.
Dass körpereigene Stammzellen ein durch Infarkt geschädigtes Herz heilen helfen, ist bekannt. Die bisherigen klinischen Studien zu dieser Therapie nutzen dafür Stammzellen des Patienten, die ihm aus dem Knochenmark, in der Regel am Beckenkamm, entnommen werden. Diese Stammzellen werden dann direkt per Injektion oder über einen Herzkatheter zum geschädigten Herzmuskelgewebe geleitet. Die Möglichkeit, die Stammzellen dazu anzuregen, selbst vermehrt in Richtung Herz zu wandern, wenn sie dort zur Regeneration geschädigten Gewebes gebraucht werden, wäre für die Patienten auf jeden Fall angenehmer. Dr. Christian Klopsch konnte in seinen Studien an Ratten nachweisen, dass sich nach einer Injektion von EPO ins infarktgeschädigte Herz vermehrt bestimmte Stammzellen dort nachweisen lassen. Dies führt zu einer deutlichen Verbesserung der Herzfunktion, außerdem lässt sich die Bildung von neuem Gewebe beobachten. Die Analyse verschiedener Organe der Versuchstiere gaben keinerlei sichtbare Hinweis auf schädliche Nebenwirkungen der Behandlung, wie beispielsweise Thrombosen.
Dr. Peter Donndorf hingegen beobachtete im Rahmen seiner Promotion das Verhalten von injizierten Knochenmark-Stammzellen im Gefäßsystem der Maus mit Hilfe eines sog. Intravitalmikroskops unter verschiedenen Bedingungen. Im Fokus seiner Aufmerksamkeit stand dabei das Enzym eNOS (endotheliale Stickoxidsynthase). Dabei konnte er nachweisen, dass dieses Enzym eine besondere Bedeutung bei der Interaktion von Stammzellen mit den Zellen der Gefäßwand hat und damit auch einen entscheidenden Einfluss auf die erfolgreiche Zielwanderung von Stammzellen in entzündlich verändertes Gewebe.
Beide Ärzte arbeiten an der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie der Universität Rostock. Der 26-jährige Christian Klopsch hat dort im Januar seine Promotion erfolgreich abgeschlossen und ist derzeit in der Facharztausbildung, Peter Donndorf (28) hat bereits 2009 promoviert und ist als Prüfarzt auch in der klinischen Forschung aktiv. Der Direktor der Herzchirurgie, Prof. Dr. Gustav Steinhoff, ist stolz auf seinen wissenschaftlichen Nachwuchs: „Bereits im letzten Jahr ist eine unserer Ärztinnen mit dem Nachwuchspreis der DGHTG ausgezeichnet worden. Das zeigt, dass Rostock gerade auf dem Gebiet der kardialen Stammzellforschung in Deutschland ganz oben dabei ist.“
Link zur DGTHG
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Interview: Prof. Dr. Gustav Steinhoff in “The Hindu” (Hyderabad, Indien)
Prof. Dr. Gustav Steinhoff hielt am 4. Februar auf der BioAsia in Hyderabad (Indien) einen Vortrag zur kardialen Stammzelltherapie. Journalisten der Tageszeitung „The Hindu“ interessierten sich danach mehr für die Rostocker Erfahrungen mit der Stammzelltherapie. Lesen Sie hier das Interview (pdf, 260 kb). Die BioAsia besuchten Prof. Steinhoff und Dr. Gudrun Tiedemann vom RTC Rostock im Rahmen einer Delegationsreise der „Regenerative Medicine Initiative Germany (RMIG)“.
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29.10.2009: Pressemitteilung
Stammzellen mit Bypass-Operation kombiniert – erste klinische Studie der Phase III beginnt in Rostock
In der Klinik für Herzchirurgie der Universität Rostock wurde jetzt der erste herzkranke Patient im Rahmen der klinischen Stammzellstudie „PERFECT“ behandelt. Dies teilte der Leiter der klinischen Studie, Prof. Dr. Steinhoff, mit. Der Patient sei wohlauf und wurde heute aus der Klinik entlassen. Die Phase-III-Studie soll belegen, dass körpereigene adulte Stammzellen in einem geschwächten Herzen Regenerationsprozesse auslösen, die die Herzfunktion und damit die Lebensqualität verbessern.
Um subjektive Einflüsse auszuschließen, ist die Studie doppelt-blind und placebo-kontrolliert angelegt, außerdem sind drei Kliniken als Studienzentren beteiligt. Insgesamt sollen 142 Patienten an der Studie teilnehmen, je zu einem Drittel werden sie in Rostock, am Deutschen Herzzentrum Berlin und in der Medizinischen Hochschule Hannover operiert. Für die Stammzelltherapie wird aus dem Knochenmark des Patienten eine bestimmte Fraktion Stammzellen, die CD133+ Zellen, isoliert. Das entsprechende Verfahren entwickelte die Firma Miltenyi Biotec GmbH aus Bergisch Gladbach, die auch an der Studie „PERFECT“ beteiligt ist.
Die Studie PERFECT läuft im Rahmen eines nationalen Forschungsprogramms unterstützt vom Bundesforschungsministeriums und vom Land Mecklenburg-Vorpommern im Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie (RTC) der Universität Rostock. In etwa drei Jahren sollen die Ergebnisse vorliegen und die europaweite Zulassung der Stammzellpräparation vorbereitet werden.
Kontakt für Rückfragen:
Prof. Dr. med. Gustav Steinhoff
Direktor der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie der Universität Rostock
Leiter der Referenz- und Translationszentrums für kardiale Stammzelltherapie (RTC)
Tel: 0381 - 4 94 61 00
gustav.steinhoff@med.uni-rostock.de
Der volle Titel der Studie PERFECT lautet: Intramyocardial TransPlantation of BonE MaRrow Stem Cells For ImprovEment of Post-Infarct MyoCardial RegeneraTion in Addition to CABG Surgery
Mehr Information zur Studie findet man unter www.clinicaltrials.gov (identifier: NCT00950274)
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26.10.2009 – Pressemitteilung
Neue Therapien für kranke Kinderherzen: Rostocker Wissenschaftler gewann europäischen Nachwuchspreis
Für die Entwicklung eines Großtiermodells zur Erforschung neuer regenerativer Stammzelltherapien für Erkrankungen der rechten Herzkammer bei Kindern wurde der Rostocker Herzchirurg Dr. med. Can Yerebakan von der European Association for Cardio-Thoracic Surgery (EACTS) ausgezeichnet. Die EACTS ist die größte europäische Vereinigung der Herz- und Thoraxchirurgen. Der “young investigators award”, ein Preis für die beste Forschungsarbeit eines Nachwuchswissenschaftlers, wurde in der letzten Woche anlässlich der EACTS-Jahrestagung vom 17.-21. Oktober in Wien verliehen.
Dr. Yerebakan (32) ist Assistenzarzt an der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie in Rostock. Wie angeborene Herzfehler in Zukunft besser behandelt werden können, erforscht er im Rahmen seiner Habilitation. Ein Schritt auf diesem Weg sind Versuche an speziellen Tiermodellen, die Herzkrankheiten nachahmen. Yerebakan hat dafür ein Schafmodell entwickelt, an dem er kurz- und langfristig die Funktionsveränderungen der rechten Herzkammer messen kann. Daran untersucht er unterschiedliche Therapieansätze für weit verbreitete angeborene Herzfehler, unter anderem die Behandlung mit Stammzellen aus Nabelschnurblut.
Kontakt für Rückfragen:
Dr. med. Can Yerebakan
Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie der Universität Rostock
Tel: 0381 - 4 94 61 01
can.yerebakan@med.uni-rostock.de
Prof. Dr. med. Gustav Steinhoff
Direktor der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie der Universität Rostock
Tel: 0381 - 4 94 61 00
gustav.steinhoff@med.uni-rostock.de
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Prof. Erino Rendina (Präsident der EACTS), Ph.D. A. Pieter Kappetein (Generalsekretär der EACTS) und Dr. Can Yerebakan bei der Preisverleihung
(von links nach rechts)
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| (Hinweis: Dieses Foto gibt es auch in druckbarer Qualität) |
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02.09.2009: Pressemitteilung
Rostocker Herzchirurgen gelingt weltweit erste Stammzell- Transplantation bei Schlüsselloch-Herzklappen-Korrektur
Weltweit erstmalig wurde jetzt am Universitätsklinikum Rostock (AöR) erfolgreich eine Transplantation körpereigener Knochenmark-Stammzellen im Rahmen einer videoskopischen Herzklappenkorrektur durchgeführt. Bei dem Patienten, der an einer schweren Herzmuskelschwäche litt, war eine defekte Herzklappe über einen nur vier Zentimeter kurzen Schnitt am seitlichen Brustkorb repariert worden. Gleichzeitig konnten zuvor aus dem Knochenmark des Patienten gewonnene Stammzellen gezielt in den erkrankten Herzmuskel eingespritzt werden.
Eine neue Operationstechnologie unter Einsatz einer Videokamera im Herzen ermöglicht die präzise Klappenkorrektur und die punktgenaue Applikation der Zellen in die geschädigte Herzwand - und das alles ohne die übliche Eröffnung des Brustkorbes.
Der Eingriff erfolgte in der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie, geleitet wurde er vom Rostocker Herzchirurgen Prof. Andreas Liebold (46), der sich mit dem Ausgang der Operation überaus zufrieden zeigte: "Die Kombination der kardialen Stammzelltherapie mit innovativen, minimal-invasiven Operationsmethoden eröffnet völlig neue Behandlungsstrategien". Der behandelte Patient konnte bereits aus dem Universitätsklinikum entlassen werden. Die Rostocker Ärzte erhoffen sich von der neuen Therapie einen wirkungsvollen Ansatz für Patienten mit Herzmuskelschwäche.
Die Herzchirurgen am Universitätsklinikum Rostock (AöR) arbeiten seit mehreren Jahren an der Entwicklung und Erprobung der kardialen Stammzelltherapie. Im Jahr 2001 wurde die weltweit erste Stammzellinjektion in einen durch Infarkt beschädigten Herzmuskel vorgenommen. Mittlerweile wurden 140 Patientinnen und Patienten mit der kardialen Stammzelltherapie behandelt.
Kontakt für Rückfragen:
Prof. Dr. med. Gustav Steinhoff, Tel 0381 - 494 61 00
gustav.steinhoff@med.uni-rostock.de
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21.08.2009 – Pressemitteilung
Stammzellen unterm Mikroskop: Rostocker Forscher untersuchen Sicherheit von Stammzelltherapien
Was muss man über eine Stammzelle wissen, bevor sie als Heilmittel eingesetzt werden kann? Diese Frage stellte Dario Furlani, Doktorand am Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapien (RTC) der Universität Rostock. Im Ergebnis seiner Studie empfiehlt er detaillierte Zellanalysen an Stammzellen, die im Labor vermehrt wurden.
Dario Furlani untersuchte so genannte Mesenchymale Stammzellen (MSC). „Diese Untergruppe findet man bei erwachsenen Menschen im Knochenmark, im Fettgewebe, aber auch in Nabelschnurblut.“, sagt Furlani. „MSCs lassen sich recht einfach in Zellkultur vermehren und können problemlos gelagert werden. Außerdem eignen sie sich für unterschiedliche Therapien, denn diese Stammzellen sind imstande, sich zu Knochen, Nerven, Knorpel, Skelett- oder Herzmuskeln zu entwickeln. Kein Wunder, dass solche Multitalente für die medizinische Forschung und Anwendung interessant sind.“ Beispielsweise, so die Visionäre der Regenerativen Medizin, könnten Stammzellen aus eigenem eingelagertem Nabelschnurblut dann vermehrt und eingesetzt werden, wenn später Erkrankungen wie Herzprobleme oder Diabetes auftreten.
Die Nabelschnur als persönlicher tiefgefrorener Jungbrunnen? So einfach ist es dann doch nicht. Denn Furlani und seine Kollegen stellten fest, dass MSCs bei der Kultivierung im Labor eine gewisse Kreativität entwickeln: „Wir haben die Kulturen genau analysiert und neben originalgetreuen Kopien der Ausgangszellen auch Zellen mit verändertem Aussehen, mit anderer genetischer Ausstattung, instabilen Chromosomen und weiteren Mutationen gefunden.“ Was aber passiert, wenn diese mutierten Stammzellen für eine Therapie verwendet werden? Furlani sortierte die unterschiedlichen Zellen und überprüfte im Tierversuch deren Wirkung auf erkranktes Herzgewebe. Es zeigte sich, dass zwar keine unerwünschten Nebenwirkungen auftraten, aber, im Vergleich zu normalen MSCs, auch kaum ein therapeutischer Effekt. Bevor im Labor vermehrte Stammzellen für eine Therapie eingesetzt werden, so Furlani, müsse auf jeden Fall die äußere Oberfläche, die Anzahl der Chromosomen und die Stoffwechselgeschwindigkeit genauestens analysiert werden, wenn man einen Therapieerfolg garantieren wolle.
Im Labor gezüchtete MSCs werden im Rahmen von klinischen Studien bereits für Therapien am Menschen eingesetzt. Die Forschungsergebnisse aus Rostock tragen dazu bei, wichtige Einflussgrößen bei der Gewinnung und Bearbeitung von körpereigenen Stammzellen zu ermitteln und so den Weg für eine sichere und erfolgreiche Stammzelltherapie zu bereiten.
Kontakt für Rückfragen:
Prof. Dr. med. Gustav Steinhoff, Tel 0381 - 494 61 00
gustav.steinhoff@med.uni-rostock.de
Publikation:
Furlani D, Li W, Pittermann E, Klopsch C, Wang L, Knopp A, Jungebluth P, Thedinga E, Havenstein C, Westien I, Ugurlucan M, Li RK, Ma N, Steinhoff G.
A transformed cell population derived from cultured mesenchymal stem cells has no functional effect after transplantation into the injured heart.
publiziert in: Cell transplantation
VOLUME 18, NUMBER 3, 2009, Page 319-31
PubMed-ID: 19558780
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20.07.2009 – Pressemitteilung
Nabelschnurblut-Stammzellen verbessern Herzleistung bei angeborenem Herzfehler
Weltweit erster Großtierversuch bestätigt Machbarkeit und Sicherheit des Verfahrens
Bei der Fallot’schen Tetralogie, einem schweren angeborenen Herzfehler, kann die Transplantation eigener Nabelschnurblut-Stammzellen die Herzfunktion günstig beeinflussen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie an der Universität Rostock. Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachjournal „Cell Transplantation“ veröffentlicht. Es handelt sich um die weltweit erste Studie zu dieser Erkrankungsgruppe, die in einem Großtierversuch mit Schafen durchgeführt wurde.
Die Fallot’sche Tetralogie macht etwa zehn Prozent der angeborenen Herzfehler aus. Sie besteht aus vier Komponenten: einer Verengung der Ausflussbahn der rechten Herzkammer, einem Loch der Kammerscheidewand, einer darüber „reitenden“ Körperschlagader und einer Verdickung der Muskulatur der rechten Herzkammer. Das Blut der betroffenen Kinder ist nur mangelhaft mit Sauerstoff versorgt, oft müssen die kleinen Patienten schon im ersten Lebensjahr am Herzen operiert werden. Diese Operation kann aber nicht das Problem beheben, dass die rechte Herzkammer wegen des Klappenfehlers schlechter arbeitet als bei gesunden Kindern. Diese Beeinträchtigung könnte die Stammzellbehandlung lindern und somit die Lebensqualität der Patienten erhöhen.
„Nabelschnurblut ist reich an sehr jungen, unbelasteten und entwicklungsfähigen Stammzellen“, erläutert Dr. med. Can Yerebakan, der Leiter der Rostocker Forschungsgruppe. „Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung mit Stammzellen haben wir vermutet, dass diese die Folgen der Fallot’schen Tetralogie mildern könnten.“ In dem Experiment wurden Stammzellen aus dem Nabelschnurblut im Forschungslabor der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie isoliert und den Schafen direkt in den Herzmuskel verabreicht. 3 Monate später hatten die mit Stammzellen behandelten Versuchstiere eine um mehr als 20% bessere Funktion der rechten Herzkammer als die Kontrolltiere ohne Stammzellinjektion.
„Die Ergebnisse dieser Studie zeigen ein großes Potenzial von Nabelschnurblut-Stammzellen für die Behandlung angeborener Herzfehler“, sagt Yerebakan. „Da wir im Tierversuch keinerlei Nebenwirkungen der Therapie beobachtet haben, könnte man jetzt eine klinische Studie zu diesem Thema konzipieren.“ Auch wenn es sicher noch einige Jahre dauern werde, bis die Stammzelltherapie bei Kindern mit Herzfehlern angewandt werden könne, sei es schon jetzt ratsam, das Nabelschnurblut einzulagern, wenn bei einem Ungeborenen der Verdacht auf einen Herzfehler bestehe.
Die Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie, Universitätsklinikum Rostock, die von Prof Dr. Gustav Steinhoff geleitet wird, gehört zu den führenden Forschungszentren auf dem Gebiet der Stammzelltherapien für Herz- und Gefäßkrankheiten. Im letzten Jahr wurde an der Klinik das Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie gegründet, das die Rostocker Forschungsaktivitäten auf diesem Gebiet bündelt und den Weg von der Forschung bis zur Zulassung als standardisierte und qualitätsgesicherte Therapie begleitet.
Kontakt für Rückfragen:
Dr. med. Can Yerebakan
Telefon: 0381 - 4 94 61 23 oder 0381 – 4 94 61 15
Prof. Dr. Gustav Steinhoff
Telefon: 0381- 4 94 61 01
Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie
Universitätsklinikum Rostock (AöR)
Schillingallee 35, 18057 Rostock
Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie
Universität Rostock (RTC)
Schillingallee 68, D-18057 Rostock
Veröffentlichung:
Yerebakan, C; Sandica, E; Prietz, S; Klopsch, C; Ugurlucan, M; Kaminski, A; Abdija, S; Lorenzen, B; Boltze, J; Nitzsche, B; Egger, D; Barten, M; Furlani, D; Ma, N; Vollmar, B; Liebold, A; Steinhoff, G
Autologous Umbilical Cord Blood Mononuclear Cell Transplantation Preserves Right Ventricular Function in a Novel Model of Chronic Right Ventricular Volume Overload
Cell Transplant. 2009 Apr 9. pii: CT-2015. [Epub ahead of print] |
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30.05.2009: Rostocker Stammzellforschung und -therapie in der Wirtschaftswoche
Artikel als PDF (1,7 MB)
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24.04.2009: Feierliche Eröffnung des RTC
Am Freitg, den 24. April wurde das RTC offiziell eröffnet. Pressemitteilung vom 24. April
Wegweisend: Rostock bringt Stammzelltherapie für Herzkrankheiten voran
Bund und Land fördern mit Industriebeteiligung Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie in Rostock
Mit einem Festakt wurde am 24. April 2009 das Referenz- und Translationszentrum
für kardiale Stammzelltherapie (RTC) im Beisein des Wirtschaftsministers von Mecklenburg-Vorpommern, Jürgen Seidel, in Rostock eröffnet. Wichtigstes Ziel des Zentrums ist es, in Rostock entwickelte Stammzelltherapien zur Behandlung von Herzerkrankungen als qualitätsgesicherte standardisierte Anwendungen aus der Forschung in die medizinische Praxis zu überführen. Bund, Land und Industrie realisieren ein Verbundprojekt mit dem RTC über drei Jahre mit insgesamt rund 7 Mio. Euro. Insgesamt 80 Ärzte und Wissenschaftler aus Rostock, Teterow, den Herzzentren Berlin und Hannover und den industriellen Verbundpartnern sind an der klinischen Einführung der neuen Herztherapien mit Stammzellen beteiligt. Die wirtschaftliche Verwertung der Projektergebnisse soll über die Firmen Miltenyi Biotec GmbH in Teterow, Mecklenburg-Vorpommern und die D-Trust GmbH, Berlin erfolgen. "Die Schaffung weiterer wissensbasierter Arbeitsplätze am Forschungs- und Produktionsstandort Mecklenburg-Vorpommern ist ein erfreuliches Zeichen für die Wirtschaft und ein Hoffnungsträger für die gut ausgebildeten Menschen in unserem Bundesland", betonte Wirtschaftsminister Seidel.
Der Herzinfarkt gehört zu den größten Gesundheitsrisiken in der westlichen Welt. Die derzeit üblichen Behandlungsmethoden können zwar die Folgen eines Herzinfarktes mildern, jedoch nicht die ursprüngliche Leistungsfähigkeit des Herzens wiederherstellen. "Das kann sich mit einer Stammzelltherapie ändern. Wenn man patienteneigene Stammzellen aus dem Knochenmark in das geschädigte Herzmuskelgewebe einbringt, verbessert sich die Funktionsfähigkeit des Herzens deutlich. Das hat unsere Forschung der letzten Jahre gezeigt", sagt Prof. Dr. med. Gustav Steinhoff, Leiter des RTC. Steinhoff, der auch Direktor der Rostocker Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie ist, erforscht diesen Therapieansatz seit vielen Jahren. Die Ergebnisse der Grundlagenforschung und mehrerer klinischer Studien haben auch die Krankenkassen überzeugt. Sie erkennen die kardiale Stammzelltherapie als "Innovative Therapie" an und erstatten deren Kosten, so dass Steinhoff und sein Team schon weit über 100 Patienten erfolgreich behandeln konnten.
Damit zukünftig alle Herzinfarktpatienten in den Genuss dieser vielversprechenden Behandlung kommen können, will das RTC die in Rostock entwickelte kardiale Stammzelltherapie bis zur europaweiten Zulassung begleiten. Mit diesem so genannten Translationsprozess gibt es auf dem noch jungen Gebiet der Regenerativen Medizin, zu der auch Stammzelltherapien gehören, wenig Erfahrung, wie Dr. Gudrun Tiedemann, die Translationsexpertin des RTC erläutert: "Ein Unterschied zu herkömmlichen Medikamenten ist beispielsweise, dass wir es bei der Stammzelltherapie nicht mit einem genau definierten Wirkstoff zu tun haben, sondern mit aufbereiteten lebenden Zellen, die dem Patienten vorher entnommen werden. Für ein Zulassungsverfahren ist das aber kompliziert, weil damit jedes Medikament individuell hergestellt werden muss und eine Standardisierung schwierig ist. Der Gesetzgeber und die Forschung sind dabei, hier Regeln und Verfahren festzulegen, die dennoch die Qualität und Sicherheit der Behandlung gewährleisten. Denn dies ist die wichtigste Voraussetzung für den Einsatz am Patienten." Bei der Translation will das RTC Maßstäbe setzen. Europaweit einzigartig sei die angestrebte Verknüpfung von Grundlagenforschung und klinischer Forschung einerseits und Politik, Behörden, Industrie und Interessenverbänden der Gesundheitswirtschaft andererseits. Hierbei soll der Weg von der Forschung bis zum Patienten so kurz wie möglich, dabei gleichzeitig transparent und sicher gestaltet werden. Das verbessere nicht nur die Gesundheitsversorgung, sondern sei auch von wirtschaftlicher Bedeutung.
Das RTC versteht sich damit als Dienstleister für Wissenschaftler, Ärzte und Patienten und will künftig die Erfahrungen, die in den nächsten Jahren gerade mit dem Translationsprozess gesammelt werden, auch anderen Einrichtungen auf dem Gebiet der Regenerativen Medizin zur Verfügung stellen. Gefördert wird das RTC vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Wirtschaftsministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Industriepartner in Forschung und klinischen Studien sind die Miltenyi Biotec GmbH sowie die D-Trust GmbH, eine Tochter der Bundesdruckerei, die zusammen mit dem RTC ein elektronisches Dokumentationssystem für klinische Studien entwickelt. Die Firma Miltenyi Biotec GmbH agiert sehr erfolgreich am Standort Teterow, sieht in diesem Projekt erhebliche wirtschaftliche Zukunftsperspektiven und will Forschung und Produktion in Mecklenburg-Vorpommern weiter ausbauen.
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